Ein Kind lernt Sprache nicht ab dem Tag, an dem es das erste Wort sagt, sondern von Anfang an über Zuhören. Dafür braucht es keine Lernprogramme und keine sprechenden Geräte, sondern Menschen, die mit ihm reden. Das lässt sich in den normalen Tagesablauf einbauen.
Warum die eigene Stimme das Wichtigste ist
Sprache aus einem Lautsprecher liefert keine Reaktion. Ein Kind lernt aber gerade daran: Es gibt einen Laut von sich, jemand antwortet, es antwortet zurück. Dieser Wechsel ist der Kern des Spracherwerbs und durch kein Gerät zu ersetzen.
Benennen, was ohnehin geschieht
Sagen Sie, was Sie tun, während Sie es tun: Wickeln, Anziehen, Kochen, Einkaufen. Dasselbe gilt für Gegenstände, die das Kind gerade in der Hand hält. Wenn Sie Greif- und Beißartikel nach Kategorie geordnet ansehen möchten, etwa bei Bright Starts, fällt das Benennen leichter, weil Sie die Begriffe schon kennen.
Vorlesen ab wann
Bücher aus fester Pappe funktionieren, sobald ein Kind sitzt und greift, in vielen Familien schon früher auf dem Schoß. Anfangs geht es nicht um Geschichten, sondern um Stimme, Rhythmus und Bilder. Dass das Buch danach in den Mund wandert, gehört dazu.
Wie Vorlesen mit einem Baby aussieht
- kurze Einheiten von wenigen Minuten, dafür regelmäßig
- das Kind bestimmt die Seite und das Tempo
- Bilder benennen statt den Text vollständig vorlesen
- dasselbe Buch wiederholen, auch wenn es langweilt
- abbrechen, sobald das Kind sich abwendet
Der Nutzen der Wiederholung
Kinder brauchen dasselbe Wort viele Male in verschiedenen Zusammenhängen, bevor es sitzt. Für Erwachsene ist das ermüdend, für das Kind ist es die eigentliche Arbeit. Wiederholung ist deshalb kein Zeichen von Einfallslosigkeit.
Zweisprachige Familien
Wenn zu Hause mehr als eine Sprache gesprochen wird, ist Klarheit hilfreicher als Perfektion: Jede Person spricht die Sprache, in der sie sich wirklich zu Hause fühlt. Kinder trennen die Systeme mit der Zeit selbst.
Was Geräusche mit Sprache zu tun haben
Dauerhafte Hintergrundgeräusche erschweren es einem Kind, einzelne Wörter herauszuhören. Radio, Fernseher und tönendes Spielzeug gleichzeitig laufen zu lassen, macht die Umgebung akustisch unübersichtlich. Für Sprache ist Stille die bessere Grundlage.
Wann Sie das Hören prüfen lassen
Wenn ein Kind nicht auf Geräusche reagiert, kaum lautiert oder nach dem ersten Jahr auffällig still bleibt, gehört das in die Kinderarztpraxis. Hörprüfungen sind unkompliziert und gehören zum Vorsorgeprogramm.
Der Alltag genügt
Wickeltisch, Küche und Kinderwagen sind die wirksamsten Sprachkurse im ersten Jahr. Alles Weitere ergibt sich daraus.
